Österreich

Einsatz-Stress anstatt Schlaf

Heute Redaktion
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Während der Rest der Welt schläft oder Party macht, rettet Andreas Gram Leben: Der 23-jährige St. Pöltner verbringt seine Nächte regelmäßig hinter dem Steuer eines Rot-Kreuz-Wagens, auch an Wochenenden. Heute-Reporterin Lisa Steiner hat Andreas und seine Kollegen zwölf Stunden lang bei ihrem harten Job begleitet.

Freitag, 19 Uhr: Schichtwechsel in der Rot Kreuz-Bezirksstelle St. Pölten. Andreas tauscht die bequemen Sneaker gegen schwere, säurefeste Halbstiefel, schlüpft in seine Dienstklamotten. Dann piepst schon der Pager. 19.21 Uhr: Erster Einsatz. Diabetiker, 82 Jahre alt, klagt über Übelkeit, lautet die Kurz-info. Im Laufschritt geht es zum Rettungswagen - Zeit, um die Kollegen zu begrüßen, bleibt da wenig. Minuten später sind Andreas, Michael Zugriegel (28) und Stefan Kiemeswenger (40) am Einsatzort in der St. Pöltner Parkstraße. Der Pensionist ist stabil genug für den Transport - Minuten später ist er im Krankenhaus St. Pölten.

Pause? Fehlanzeige. Der Pager. Eine Frau (49) mit Atemnot, Innenstadt. Kaum ist sie versorgt und ins Spital gebracht, abermals Alarm. Diesmal ein schwierigerer Fall. Eine 94-jährige Pensionistin ist in ihrer Wohnung gestürzt, hat sich vermutlich Brüche zugezogen. Im Haus gibt es keinen Lift, das Treppenhaus ist eng: Die Verletzte zu beruhigen und dann möglichst schonend zum Rettungsauto zu bringen, ist eine Herausforderung. Mittels Vakuummatratze und mit vereinter Kraft geht alles gut. Pause? Nein. Es folgen Routinefahrten: Dialysepatienten werden zur lebensnotwendigen Blutwäsche ins Spital gebracht. Auch das zweite Rettungsauto ist die ganze Nacht im Dauereinsatz. Stress? Nein, lacht Andreas, das war eh eine ruhige Nacht.